Funktionsfähige Backstage

10. Oktober 2005 Kommentare

Für meine SUSANNE stand ich 1985 vor der Aufgabe, die Backstage des Großmastes funktionsfähig zu machen. Nach einigem Grübeln und aus der persönlichen Erfahrung auf richtigen Oldtimern kam ich schließlich zu folgender Lösung:
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Auf der maßstäblichen Skizze ist das Backstag quer über das Großsegel zu sehen. Im Modell habe ich das Stag dann geteilt: ein weiteres Ende führt zum Masttopp und ist in Höhe des Wortes „Großmast“ eingespleißt.
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Auf dem Foto erkennt man die Röhrchen für die Decksdurchführung. Das Steuerbord-Backstag ist durchgesetzt, backbord läuft es lose am Schanzkleid entlang nach vorne. An den Klampen auf der transparenten Platte sind beide Stage auf Spannung eingestellt und belegt. An den Rändern erkennt man, wie die Stage durch eine kleine Bohrung unter Deck laufen.
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Eingesetzt sind Servos für Einziehfahrwerke aus dem Flugmodellbau. Die haben viel Kraft und nur zwei Endstellungen: 0-Grad – ca. 180-Grad. Jede Seite wird durch ein eigenes Servo gespannt. Dadurch ist man unabhängig und kann die Stage beliebig bedienen. Man sieht die Anordnung der Servos mit den schwarzen Hebeln. (Durch das schwarze Rohr in der Mitte läuft die Großschot – darunter das Lenkservo.) Beide hier in Position „dichtgeholt“. Rechts erkennt man gut den Verlauf des Stags: Von der Klampe unter Deck zur Öse an der Hebelspitze, Ringöse als Umlenkung, nach hinten Richtung Decksdurchführung – von da zum Mast.
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Hier ist der ca 120 mm lange Hebel nach hinten gestellt: Das linke Backstag ist lose. Der Hebel macht eine Längenveränderung von ca. 240 mm. Durch den wirksamen Flaschenzugeffekt entsteht aber wirklich eine Veränderung von ca. 350 mm – genügend, um das lose Backstag bis zu den Wanten nach vorne zu ziehen. Bei genauem Hinschauen entdeckt man am Steuerbordstag, durch die Reling etwas verdeckt, einen kleinen Ring am Stag. Dort ist die Gummischnur eingehakt.
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Das losekommende Backstag wird durch einen Gummizug auf Deck und nach vorne geholt. Auf Höhe des Großmastes ist sie um eine Relingstütze als Umlenkung geführt, quer über Deck zur gegenüberliegenden Stütze und zurück zum Ring auf der Backbordseite. Die Spannung so einstellen, dass genügend Zug da ist, um die lose Seite ganz an Deck zu holen wenn das Gegenstag gespannt ist. Der Gummi sollte es aber noch „aushalten“, dass beide Stage dicht sind – z.B. beim Transport – und noch genügend Zug haben, um beide Stage auf „lose“ zu ziehen.
Die ganze Technik funktioniert problemlos. Man muss nur den Gummifaden gelegentlich ersetzen.
Auf die bei den Großen verwendeten Taljen zum Spannen habe ich verzichtet. Aber die Wirkung der Backstage verteilt sich über die Masttopps über das ganze Rigg und ist bis zur Spitze des Klüverbaums spürbar.
Viel Spaß beim Nachbauen. Für Verbesserungsvorschläge oder ein Echo bin ich dankbar.

  1. Armin
    31. Mai 2017, 20:51 | #1

    Ich finde die Idee einfach hammer und es gibt nichts was ich besser machen würde ……. nur gerne nachbauen!!!

    Gruss Armin